Frühkindliche Karies vermeiden

Zahnmedizinische Prävention der frühkindlichen Karies

Die Häufigkeit der Milchzahnkaries liegt bei 10 bis 15 Prozent, in sozialen Brennpunkten steigen die Prävalenzen bis auf etwa 40 Prozent. Betroffen ist damit etwa jedes zehnte Kleinkind im Alter von 0 bis 3 Jahren. Anfang des Jahres 2014 haben KZBV, BZÄK die Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGK) und der Bundesverband der Kinderzahnärzte (BuKiZ) gemeinsam und fachübergreifend mit dem Deutschen Hebammenverband (DHV) deshalb das gesundheitspolitische Konzept zur zahnmedizinischen Prävention der frühkindlichen Karies vorgestellt. Auf dieser Grundlage sollen gesetzliche Rahmenbedingungen für einen Zahnarztbesuch ab dem ersten Lebensjahr geschaffen werden. Ziel des Konzepts war es, die Präventionslücke bei den 0- bis 3-jährigen zu schließen, um frühkindliche Karies und daraus resultierende Folgeerkrankungen zu vermeiden

 

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat in der Folge der Präventionsgesetzgebung im September 2015 mittlerweile die gesetzlich vorgesehene Beschlussfassung des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) zur Neufassung der ärztlichen Kinder-Richtlinien genehmigt. Die neue Kinder-Richtlinie ist zum 1. September 2016 in Kraft getreten. Damit wurde aus Sicht von KZBV und BZÄK ein wichtiges Ziel erreicht: Die vertragszahnärztliche Vorsorge für Kinder bis zum 6. Lebensjahr wurde gestärkt. Das so genannte Gelbe Heft oder auch Kinderuntersuchungsheft enthält als Bestandteil der Regelung jetzt in Form von Ankreuzfeldern sechs Verweise vom Arzt zum Zahnarzt für Kinder vom 6. bis zum 64. Lebensmonat. In dem Heft werden im Rahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) die Kinderuntersuchungen sowie spezielle Früherkennungsuntersuchungen dokumentiert.

 

Flankierend zur ECC-Konzepterstellung haben KZBV und BZÄK einen Online-Ratgeber für die zahnärztliche Praxis zum Thema „Frühkindliche Karies vermeiden“ erarbeitet. Der Ratgeber kann abgerufen werden unter www.kzbv.de/ratgeber-ecc oder www.bzaek.de/ratgeber-ecc.  Der Ratgeber ergänzt das Konzept der beiden zahnärztlichen Institutionen mit praktischen Handlungsempfehlungen und Tipps zur Betreuung der kleinsten Patientinnen und Patienten in den Praxen. Zielsetzung ist, die Zahnärzteschaft im Umgang mit den Kindern und deren Eltern sowie bei der Therapie im Praxisalltag zu unterstützen. In dem Ratgeber finden sich daher viele Anregungen und Hinweise für die praktische Umsetzung der zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen in der Versorgung.

 

 

Erstellt von: Andrea Mader, 15.06.2016

Aktualisiert von: Andrea Mader, 02.09.2016